Sonnenwachsschmelzer

Sonnenwachsschmelzer für Bienenwachs - kaufen oder selber bauen? Bienenwachs ganz einfach selbst produzieren – mit Sonnenenergie

Aktualisiert am: 10. Dezember 2018 | | Werbelinks sind mit * gekennzeichnet


Sonnenwachsschmelzer
Bienenprodukte sind nicht nur auf dem Brot wiederzufinden. Das Bienenwachs ist ein natürlicher Rohstoff, mit welchem Bienen ihre Waben bauen. Bei der klassischen Honigernte wird der Honig aus den Waben geschleudert, so bleiben schließlich nur noch die Waben selbst übrig. In den Waben wird der Honig und der Nachwuchs gelagert, außerdem dienen sie als Schlaf- und Vorratskammer. Die kleinen Tiere arbeiten permanent an den Waben, um sie möglichst lange instandzuhalten, immerhin sichern sie das Überleben der Bienen. Während das süße Gold, der Honig, die größere Beachtung findet und auch meist das Ziel der Einkäufe für einen vollen Lebensmittelschrank ist, war und ist Bienenwachs immer noch ein wichtiger Bestandteil in zahlreichen Lebensbereichen. Das Wachs der Bienen ist praktisch in der Anwendung, wiederverwendbar, nachhaltig, natürlich und ganz leicht selbst herzustellen. Zwar muss man dafür selbst kein erfahrener Imker sein, allerdings ist das richtige Werkzeug, darunter ein Gerät, um das Wachs zu schmelzen sowie ein wenig Know-How über den natürlichen Baustoff der Bienen von Vorteil. Alle wichtigen Themen über Bienenwachs und wie man es mit einem Sonnenwachsschmelzer selbst herstellen kann, wie dieser funktioniert und ob man ihn selbst baut oder besser kauft, wird im Folgenden erklärt.

Kurz und knapp die wichtigsten Fakten über Bienenwachs

Bienenwachs wird von den Baubienen über Drüsen produziert, die an der Unterseite ihres Körpers liegen. Das Wachs wird in flüssiger Form ausgeschieden und verfestigt sich dann sehr schnell. Jede Biene eines Volkes hat eine bestimmte Aufgabe, die Baubienen sind dafür zuständig, die Zellen zu verdecken, neue Waben zu bauen und alte zu reparieren. Es ist ein natürliches Wachs, das zum Bau der Waben produziert wird und auch dem Mensch in verschiedenen Lebensbereichen begegnet, allerdings ist es mittlerweile in vielen Branchen durch billigere Alternativen aus Erdöl ersetzt worden. Damit die Bienen das Wachs produzieren können, brauchen sie viel Energie. Für ein Kilogramm Wachs verwerten Bienen etwa 10 Kilogramm Honig und es werden geschätzt 150.000 Bienen benötigt, um 1,25 Millionen Wachsplättchen zu produzieren. Nicht nur die Wachsproduktion braucht viel Kraft, sondern auch die Arbeit damit. Die Bienen verzehren aufgrund dessen weitaus mehr als sie es für gewöhnlich tun. Das führt zu einem höheren Fettstoffwechsel in den Bienen sowie, dass die Temperatur im Bau, wo die Waben gebaut werden, bis auf 40 Grad Celsius ansteigt.

Honig schmeckt und ist gesund – aber was kann das Bienenwachs?

Bienenwachs begegnet uns in verschiedenen Lebensbereichen, selbst an Orten, auf Flächen oder in Produkten, in denen man es zunächst einmal nicht vermuten würde. Betrachtest du die Produktbeschreibungen von Haut- und Haarpflegemittel, wirst du erstaunt sein, wie oft Bienenwachs darin enthalten ist. Es dient als Emulgator und Konsistenzmacher, um Cremes, Salben, Lotionen, etc. zu festigen, zu stabilisieren und um sie hitzeresistenter zu machen. Bienenwachs, auch als Cera Alba (gebleichtes Bienenwachs) und Cera Flava (natürliches Bienenwachs) bekannt, macht es möglich, dass Schminke an der Haut haftet, die Poren aber dennoch atmen können und, dass das Make-Up nicht verschmiert.

Bienenwachs im Alltag

Die Lebensmittelindustrie nutzt Bienenwachs zum einen auf Lebensmitteln, um den Produkten Glanz zu verleihen, zum anderen auch in den Lebensmitteln selbst, um die Konsistenz zu festigen. Der Zusatzstoff „Bienenwachs“ trägt die Bezeichnung E 901[1]. Es ist leicht zu verarbeiten, enthält wichtige Nährstoffe und ist selbst für Allergiker geeignet. Es ist sehr gut hautverträglich, hält Lebensmittel frisch und knackig, imprägniert Flächen, schützt Materialien wie Holz vor der Austrocknung, vor zu hoher Feuchtigkeit und sogar vor Schädlingen. Früher war es das Basismaterial für Kerzen und war in jedem Haushalt vorhanden, um in dunklen Räumen oder in der Nacht Licht zu spenden. Heute werden zwar immer noch Kerzen aus Bienenwachs hergestellt, das geschieht aber vor allem in Privathäusern und Imkereigeschäften. Bienenwachs ist auch in Drogerie Geschäften zu finden, falls man keinen Imker in der Region oder kein eigenes Bienenvolk zuhause hat. Aktuell findet Bienenwachs in der Kosmetik- und Pharmaindustrie die meiste Verwendung.

Die Gewinnung von Bienenwachs - Bienenwachs schmelzen

Bienen bauen die Waben eigentlich in einer runden Form, beim erwärmen des Wachses, entsteht schließlich die typisch sechseckige Form. Im Sechseck sind die Waben stabiler und bieten beinahe so viel Stauraum, wie in einem Kreis. Wildbienen bauen die Waben an der Stelle, wo sie am sichersten sind, in einer Imkerei setzt der Imker Mittelwände ein, in welchen die Bienen ihre Waben bauen. Das macht die Ernte von Honig und Bienenwachs deutlich unkomplizierter und ist weniger Aufwand. Um das Bienenwachs zu gewinnen, gibt es unterschiedliche Methoden. Eine einfache Methode funktioniert mit einem Wachstuch und einem Eimer oder einem sogenannten Dampfwachsschmelzer, der speziell für die Wachsherstellung konzeptioniert ist. Bei vielen Imkern, ob nun Profi oder Neuling, wird der  Sonnenwachsschmelzer aktuell immer beliebter.

Der Sonnenwachsschmelzer

Ein Sonnenwachsschmelzer ist eines der Werkzeuge, welches der Imker dazu verwendet, um das Bienenwachs effizient, einfach als auch ohne Strom zu gewinnen. Streng genommen ist ein Sonnenwachsschmelzer nicht einmal ein Gerät, sondern nur ein viereckiger Kasten, der die natürliche Wärme der Sonne nutzt. Die Bedienung könnte nicht einfacher sein, verbrannte Finger oder Wachsreste in der Küche, dem Garten oder der Garage gehören damit der Vergangenheit an. Ein großer Pluspunkt ist auch, dass sehr viel Arbeit gespart wird und man den Kasten ganz einfach selbst bauen kann.
Ein Sonnenwachsschmelzer ist im Prinzip nichts anderes als ein Holzkasten in einer rechteckigen Form, ein äußeren Rahmen sowie eine abschließende Fläche auf der Rückseite des Sonnenwachsschmelzers. An der unteren Seite wird eine Schieferplatte angebracht, der Rahmen, besser gesagt, der gesamte Sonnenwachsschmelzer muss gut isoliert sein, sonst kann die Wärme entweichen und wird nicht gespeichert. Die Front besteht aus einer Glasscheibe, welche in einem geeigneten Rähmchen angebracht wird, den man an dem Holzrahmen verschließen kann. Als Alternative kann man auch eine Stegplatte aus durchsichtigem Kunststoff nehmen, die Hauptsache ist, dass das Sonnenlicht direkt auf die Bienenwaben im Inneren strahlen kann.

Und so einfach geht’s

Damit die Wärme in dem Sonnenwachsschmelzer gespeichert wird, muss der gesamte Kasten samt dem Glas isoliert werden. Außerdem hilft es, wenn das Innere des Sonnenwachsschmelzers mit schwarzer Farbe angestrichen wird[2]. So werden an einen normalen Sommertag leicht bis zu 100 Grad Celsius in dem Sonnenwachsschmelzer erzeugt. Auf die Schieferplatte werden schließlich die Bienenwaben gelegt, entweder schneidet man diese vorher heraus, oder man legt die vollständigen Mittelwände in den Kasten, reinigen muss man die Mittelwände so oder so bevor diese wieder zu den Bienen kommen. Am unteren Bereich wird eine Wanne, am besten aus Edelstahl, angebracht. Darin fließt dann das flüssige Wachs und wird entweder darin aufgefangen oder fließt weiter in ein anderes Auffangbecken außerhalb vom Kasten, das bleibt jedem selbst überlassen.

Wichtig zu beachten!

Damit die Sonnenstrahlen ideal auf die Bienenwaben im Kasten fallen und das geschmolzene Wachs nicht in alle Richtungen fließt, wird der Sonnenwachsschmelzer schräg aufgestellt und zu der Sonne ausgerichtet. Dazu braucht es nichts weiter, als einen Stab, der etwa einen Meter aus dem Boden herausragt, dass der Stab sicher stehen muss, versteht sich von selbst. Falls man sehr viele Mittelwände zum Schmelzen hat oder jedes Jahr das Wachs einschmelzen möchte, kann man sich entweder für eine sehr große Konstruktion entscheiden oder eine Drehscheibe/Drehständer am Boden anbringen. Dann kann man den Sonnenwachsschmelzer je nach Tageszeit immer genau zur Sonne ausrichten, ohne viel Kraft aufzuwenden.

Sonnenwachsschmelzer Bauanleitung

Die Konstruktion eines Sonnenwachsschmelzer ist sehr simpel. Informiert man sich im Internet wird man auch auf viele improvisierte Modelle stoßen, wie beispielsweise eine alte Schublade mit einer beliebigen Scheibe darauf, die mit einem großen Stein darauf befestigt wird. Hauptsache man hat ein Rähmchen und eine Innenwanne, in welche das flüssige Wachs fließen kann. Möchte man es aber richtig machen, braucht man nicht mehr als ein wenig Holz, Scharniere, Leim oder Nägel, eine Scheibe sowie eine Edelstahlwanne. Der Aufbau ist relativ simpel und kann selbst von Handwerkslaien gemeistert werden. Falls man sich nicht zu 100 Prozent sicher ist, was man braucht und wie es geht, findet man im Internet sowie in Baumärkten passenderweise Sonnenwachsschmelzer Bausätze. Darin ist alles enthalten, was man zum Bauen braucht, eine genaue Bauanleitung ist in vielen Fällen ebenfalls enthalten.

Ein Sonnenwachsschmelzer Bausatz beinhaltet:


  • 4 Seitenwände im Quadrat oder als Rechteck mit je zwei gleichlangen Seiten
  • 1 Rückwand
  • 1 Glas-, Plexiglasscheibe, Acryl, Doppelsteg oder eine Doppelglasplatte
  • 4 Scharniere für die Frontscheibe
  • Nägel und/oder Holzleim
  • Ein Auffangbecken aus Edelstahl
  • Zubehör, beispielsweise ein Thermometer um die Temperatur zu messen

Möchte man einen fertigen Sonnenwachsschmelzer kaufen, wird man am besten im Internet fündig. Dort gibt es eine große Bandbreite an kompakten Sonnenwachsschmelzern in allen Größen. Die musst du dann nur noch in wenigen simplen Handgriffen zusammenstecken und schon kannst du losgehen. Die Kosten für einen neuen Sonnenwachsschmelzer mit einer Größe von 40 x 60 cm, einer Tiefe von 23 cm und einer Wanne mit Maßen von 40 x 30 cm liegen bei etwa 110 Euro. Sonnenwachsschmelzer gebraucht sind ebenfalls im Internet erhältlich und sind meist etwas billiger in der Anschaffung. Es gibt auch Sonnenwachsschmelzer die rein aus Edelstahl bestehen, diese sind allerdings um einiges schwerer. Wenn du deinen Holzkasten bei Nichtbenutzung trocken lagerst, dann hält auch dieser in der Regel viele Jahre.

Einzelteile für Profis

Kauft man die oben aufgelisteten Bauteile einzeln und baut den Sonnenwachsschmelzer selbst, belaufen sich die Kosten auf 30 bis 50 Euro. Allerdings gibt es auch Modelle, die mehr als 1.000 Euro kosten. Diese sind allerdings eher für Profi Imker gedacht, die im großen Stil Bienenwachs ernten. Für sie ist ein Sonnenwachsschmelzer aus Edelstahl ideal, da die Rähmchen einfacher zu reinigen sind, sich die Wärme besser darin speichert und das Wachs so schneller schmilzt. Für Hobbyimker lohnt sich eine solche Anschaffung, auch auf sehr lange Sicht, nicht.

Was gibt es zu beachten?

Es gibt nicht die eine Sonnenwachsschmelzer Bauanleitung, da jeder Handwerker das Rähmchen individuell gestaltet und zusammenbaut. Während die einen Holzleim bevorzugen, nutzen andere gerne Nägel und wieder andere fräsen die Holzwände für eine Nut und Feder Methode. Wie man es auch machen mag, die Hauptsache ist, dass der Kasten gut isoliert ist, die Waben gut Platz haben, das Wachs leicht abfließen kann und es effizient aufgefangen wird. Es wäre schade, wenn es nur die Hälfte des geschmolzenen Wachs in das Auffangbecken schafft.

Die Qualität von Bienenwachs

Möchte man Bienenwachs schmelzen ist auf die Reinheit, also auf die Qualität des Bienenwachses zu achten. Allerdings ist auch abzuwägen, was man mit dem gewonnenen Wachs schlussendlich machen möchte. Die beste Qualität hat Bienenwachs aus Sicht der Imker die nicht ausgebrüteten Wildbauwaben und dem Entdeckelungswachs. Diese Arten sind heller, mild und wohlriechend. Es wird aufgrund der hohen Qualität dazu genutzt, um neue Mittelwände herzustellen. Die Reinheit des Wachses ist sehr wichtig für die Erhaltung der Bienen. Das reine Wachs beinhaltet keine Erreger, die für die Bienen selbst gefährlich werden könnten. Für den Menschen sind die Krankheitserreger absolut ungefährlich, für die Bienen können sie allerdings eine große Gefahr darstellen, wodurch das gesamte Volk in bedroht wäre.
Die zweitbeste Qualität kommt aus nicht, oder nur wenig ausgebrüteten Waben, Leerwaben oder Pollenwaben. In diesem Fall ist das Wachs etwas dunkler, verglichen mit Anderen, ist es aber immer noch relativ hell und ist bekannt für seinen intensiven Geruch. Dieses Wachs wird besonders gerne für Cremes, Salben und Lotionen genutzt. Die letzte Qualitätsstufe hat Bienenwachs von viel bebrüteten Waben oder Pollenwaben. Das Wachs ist dunkel bis beinahe schwarz. Nach dem Schmelzen wird es gereinigt, aber nicht wieder in den Wachskreislauf gebracht. Stattdessen wird es häufig für die Kerzenherstellung verwendet.

Quellen:
[1] https://www.spektrum.de/frage/warum-speichert-schwarz-waerme/1549065
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